Nachweisführung Holzerlass Bund



Der im Ressortkreis unter Federführung des BMEL erarbeitete Beschaffungserlass für Holzprodukte vom 22. Dezember 2010 er am Erlass beteiligten Bundesministerien wurde am 6. Oktober 2017 im Gemeinsamen Ministerialblatt veröffentlicht und somit eingeführt. 

Der Leitfaden sieht vor, dass der Bieter im Vergabeverfahren eine Eigenerklärung abgibt, in welcher Form er den Nachweis erbringen wird. 

Hierzu gibt es vier Möglichkeiten:

1. Eine lückenlose FSC- oder PEFC-CoC-Zertifizierung bis (einschließlich) zum Auftragnehmer/Nachunternehmer.

Hierzu zählt die Teilnahme an der PEFC Multi-Site Group IBT.EARTH DC-COC-000963

2. Ein zum o.g. FSC- oder PEFC-Zertifikat gleichwertiges Zertifikat. Die Gleichwertigkeit darf ausschließlich durch eine schriftliche Bestätigung durch das Thünen-Institut oder des Bundesamtes für Naturschutz erfolgen.

 

3. Ein durch unabhängige Dritte erstellter qualifizierter Einzelnachweis mit Bestätigung folgender Prüfkriterien:

  • Mengenmäßiger Bezug des Materials zum Auftrag, Einkauf nur bei einem zertifizierten Händler
  • Zeitlicher Bezug der Bestellung, Lieferung und Auslieferung genau zum Auftrag (getrennte Aufbewahrung und Verarbeitung muss gewährleistet sein)
  • Inhaltlicher Bezug des Materials zum Auftrag (z.B. Art des Holzes bzw. des/der Produkte(s)


4. In einfachen Fällen durch Vorlage eines einfachen Einzelnachweises. Ein einfacher Fall liegt ausschließlich vor, wenn alle der folgenden Bedingungen erfüllt sind:

  • Alle für die Leistung benötigten Holzprodukte werden bei einem FSC- oder PEFC-zertifizierten Unternehmen direkt für diesen Auftrag gekauft,
  • Auf dem Eingangslieferschein ist dokumentiert, dass es sich um zertifizierte Ware handelt und die Verwendung bzw. die Baumaßnahme ist genau angegeben,
  • Die zertifizierte Ware wird ohne weitere Änderung ihrer Zusammensetzung, wie vom Händler erhalten, verwendet.
  • Die Prüfung muss durch einen als verantwortlich benannten Bauleiter/Projektleiter erfolgen.


Hinweis: Die Beschaffungsregelungen des Bundes beziehen sich ausschließlich auf Holzprodukte mit Frischholzanteil und gelten nicht

  • für Papier und Papierprodukte,
  • Bauhilfsstoffe oder Produkte ohne Eigentumsübertragung (z. B. Messebauten),
  • bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr,
  • bei Aufträgen mit einem Gesamt-Holzwert laut Leistungsverzeichnis von unter 2.000,- EUR netto